Grenzgeschichte DG - Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

 

 

Filmvorführung: Beate und Marlene. Eine Gesellschaft braucht die Ausnahmen. 

27. Januar 2017, 19:30 Uhr in der Autonomen Hochschule.


Aus Anlass des internationalen Holocaustgedenktages zeigen wir, gemeinsam mit dem Regisseur Clemens Heinrichs, diesen vor kurzem erstellten Dokumentarfilm in belgischer Erstaufführung in Eupen.


Die eine - Marlene Dietrich - setzte sich für Emigranten aus Nazi-Deutschland ein und ging während des Zweiten Weltkriegs in die amerikanische Truppenbetreuung, die andere - Beate Klarsfeld - setzt sich bis heute für die Erinnerung an die ermordeten Juden Europas ein.

Marlene Dietrich, geboren 1901, war seit ihrem Film "Der blaue Engel" zum Weltstar geworden, umworben und umschwärmt. Sie lebte das luxuriöse, wenn auch arbeitsreiche Leben eines Hollywood-Stars. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde aus der Arbeitsmigrantin Marlene Dietrich die freiwillig das Exil bevorzugende Schauspielerin. Die Nazis wollten, dass sie nach der nationalen Revolution "ihre Kunst und ihren Ruhm dem Film des eigenen Volkes zur Verfügung" stelle. Marlene lehnte ab.

Beate Klarsfeld, Jahrgang 1939, ging als junge Frau nach Frankreich und lernte dort bald ihren späteren Mann Serge Klarsfeld kennen. Serges Vater war 1943 von den Nazis ermordet worden, da er Jude war. Bekannt wurde sie durch ihre Ohrfeige 1968 gegen den ehemaligen Bundeskanzler Kiesinger, da dieser eine hohe Funktion bei den Nationalsozialisten innegehabt hatte. Lange Jahrzehnte engagieren sich Beate und Serge Klarsfeld, NS-Täter vor Gericht zu bringen und aktuelle rechte Tendenzen anzugehen.

Was kaum jemand weiß: Marlene Dietrich und Beate Klarsfeld kannten sich. Mitte der 1980er-Jahre nahm Marlene Dietrich Kontakt zu Beate Klarsfeld und ihrem Mann Serge auf. Marlene bewunderte beide sehr für ihr Engagement. Sie telefonierten und schrieben sich, doch sie sahen sich nie persönlich, da Marlene sich schon zrückgezogen hatte. Dennoch fanden auf diese Weise Menschen mit einer identischen Einstellung und hohem gegenseitigem Respekt zusammen, die Geschichte in Verantwortung vorlebten und vorleben.

Der Film folgt den Biografien dieser beiden Frauen und macht ihre Haltungen und Einstellungen deutlich. Interviews mit den Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött, Kerstin Griese, Gregor Gysi und Omid Nouripour, mit den Historikern Natalie Lettenewitsch und Günter Morsch sowie dem Kabarettisten Jochen Malmsheimer fragen nach der Bedeutung dessen, was Marlene Dietrich und Beate Klarsfeld taten und tun. Und der Film will wissen, was dies heute noch für einen Wert hat.

Ein Film über zwei außergewöhliche Frauen, die sich auf sehr besondere Weise in die deutsche Geschichte eingebracht haben. Der Film entstand im Kontext von Ausstellung und Katalog "Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis." der Gedenkhalle Oberhausen 2016, die wir im Mai 2017, im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung, in Eupen zeigen werden.

Artikel von Rainer Komers in der Zeitung "der Freitag" Nr. 2, 2017. Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild.


Anmeldungen bitte unter:

borst.gabi@ahs-dg.be oder

087/59 05 13.


 

 

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Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Verwaltungsrat der Gedenkstätte Breendonk



 

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